Die Amicale Internationale KZ Neuengamme

Internationale Interessenvertretung

Die Amicale Internationale KZ Neuengamme (AIN) ist der internationale Zusammenschluss der nationalen Verbände der ehemaligen Häftlinge des KZ Neuengamme sowie ihrer Angehörigen und Freunde. 1958 von den Verbänden aus Belgien, Frankreich und Westdeutschland gegründet, schlossen sich bald weitere nationale Verbände der AIN an, darunter die Verbände aus Dänemark, der DDR, Jugoslawien, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei und Ungarn.

VertreterInnen der AIN, 1960. Foto: Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Der Kampf für ein würdiges Erinnern

Die Amicale Internationale KZ Neuengamme war maßgeblich an der Errichtung einer Gedenkstätte auf dem Gelände des ehemaligen KZ Neuengamme beteiligt, beginnend mit der Errichtung des internationalen Mahnmals auf dem Gelände der ehemaligen Lagergärtnerei des KZ Neuengamme, zu dessen Einweihung 1965 über 1800 ehemalige Häftlinge und Angehörige nach Hamburg reisten.

Einweihung des Internationalen Mahnmals, 1965.
Foto: Nachlass von Hans Schwarz, Generalsekretär der AIN von 1958 bis 1970, Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Vertreter der Amicale Internationale KZ Neuengamme, unter ihnen Fritz Bringmann und Jean Le Bris, forderten jahrzehntelang die Einrichtung einer würdigen Gedenkstätte am Ort des ehemaligen KZ Neuengamme. 1989 beschloss der Hamburger Senat, die Justizvollzugsanstalt Vierlande vom Bereich des ehemaligen Häftlingslagers des KZ Neuengamme zu verlegen und die KZ-Gedenkstätte zu erweitern. Als diese Entscheidung nach dem Regierungswechsel in Hamburg 2001 wieder infrage gestellt wurde, war die AIN maßgeblich an den internationalen Protesten beteiligt. Im persönlichen Gespräch mit den Regierungsvertretern erreichten die angereisten ehemaligen Häftlinge die Zusage der Neugestaltung der Gedenkstätte.

Vertreter der AIN im Gespräch mit dem Ersten Bürgermeister Ole von Beust (m.) (v.l.n.r. Victor Malbecq, Jean Le Bris, Robert Pinçon, Fritz Bringmann) im Hamburger Rathaus, 23.11.2001.
Foto: Archiv der KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Ein wesentliches Ziel der Amicale Internationale KZ Neuengamme wurde 2005 erreicht, als auf dem Gelände des ehemaligen KZ Neuengamme die Gedenkstätte in ihrer heutigen Form eröffnet wurde.

Die Nachkommen setzen die Arbeit fort

Heute ist die Arbeit der AIN, in der Verbände aus Belgien Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Polen vertreten sind, von der zweiten und dritten Generation geprägt. Nach dem Tod von Victor Malbecq und Janusz Kahl liegt die Arbeit des Vorstandes der AIN, deren Präsident seit 2015 Jean-Michel Gaussot ist, nun in den Händen der Kinder und Enkel ehemaliger Häftlinge des KZ Neuengamme und seiner Außenlager. Für sie sind neue Formen der Weitergabe der Erinnerung ein zentrales Anliegen, die enge Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte anlässlich der Gedenkveranstaltungen in Neustadt/Holstein und Neuengamme sowie das jährlich stattfindende Forums „Zukunft der Erinnerung“ .

Vertreterinnen der Häftlingsverbände anlässlich ihres jährlichen Kongresses, November 2016 (v.l.n.r. Christine Eckel (Deutschland), Jean-Michel Clère (Frankreich), Jean-Michel Gaussot (Frankreich), Shie On Bavelaar (Niederlande), Martine Letterie (Niederlande), Helle Vibeke Sørensen (Dänemark), Mark Van den Driessche (Belgien).
Foto: KZ-Gedenkstätte Neuengamme.

Christine Eckel

Ich bin Historikerin und engagiere mich in der Amicale Internationale KZ Neuengamme.

Über uns Christine Eckel

Ich bin Historikerin und engagiere mich in der Amicale Internationale KZ Neuengamme.

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